Deine BH-Größe selbst herausfinden – ohne Raten, ohne Glück
Die meisten Frauen tragen die falsche Größe. Nicht weil sie nicht aufgepasst haben, sondern weil die Methode, die ihnen beigebracht wurde, von Anfang an ungenau war. Ein Maßband, eine Zahl, eine Formel – und dann ein BH, der trotzdem drückt, rutscht oder die Brust nicht hält. Heute ändern wir das.
Zwei Maße bestimmen deine Größe: der Unterbrustumfang und der Brustumfang. Klingt simpel. Ist es auch – wenn du weißt, wo die Fehler passieren.
Was du brauchst – und warum der Untergrund wichtig ist
Nimm ein weiches Maßband, kein starres. Stell dich aufrecht hin, schulterbreit, Arme locker an den Seiten. Kein einschnürendes Oberteil darunter – miss direkt auf der Haut oder über einem dünnen, nicht gepolsterten BH.
Warum aufrecht? Weil Brust- und Unterbrustgewebe in verschiedenen Körperhaltungen unterschiedlich verteilt sind. Wenn du dich vornüberbeugst, verlagert sich Brustgewebe nach vorn – das Maß wird größer, der Cup scheinbar kleiner. Der BH, den du danach kaufst, passt im Stand nicht.
Schritt 1: Den Unterbrustumfang messen – hier entscheidet sich alles
Leg das Maßband direkt unter die Brust, genau dort, wo das Brustgewebe aufhört und der Brustkorb beginnt. Das Band liegt waagerecht – weder vorn tiefer noch hinten höher. Zieh es so fest, dass du noch normal atmest, aber kein Finger mehr dazwischenpasst.
Notiere den Wert in Zentimetern. Ist die Zahl ungerade, runde auf die nächste gerade Zahl auf. Aus diesem Wert ergibt sich deine Bandgröße – in Deutschland entspricht die Bandgröße direkt diesem Umfang, also 70, 75, 80 und so weiter.
Der häufigste Fehler an dieser Stelle
Das Band rutscht hinten nach oben. Das passiert, wenn es zu locker sitzt – und ergibt einen größeren Wert als dein tatsächlicher Unterbrustumfang. Die Folge: Du kaufst ein zu weites Band, das hinten hochrutscht, weil es keinen Gegendruck hat. Nicht der Träger zieht es hoch – das Band selbst hat keinen Halt.
Schritt 2: Den Brustumfang messen – an der vollsten Stelle
Leg das Maßband jetzt um die vollste Stelle der Brust. Das ist meist über der Brustwarze – aber nicht immer. Such die Stelle, an der das Maß am größten ist. Das Band liegt wieder waagerecht und liegt locker an: Du schiebst einen Finger darunter, er gleitet durch.
Notiere auch diesen Wert. Er darf größer sein als der Unterbrustumfang – das ist der Normalzustand, keine Ausnahme.
Die Differenz macht den Cup
Ziehe den Unterbrustumfang vom Brustumfang ab. Jeder Zentimeter Unterschied entspricht einer Cupstufe. 12 cm Differenz ergibt Cup A, 13 cm Cup B, 14 cm Cup C, 15 cm Cup D – und so weiter, in 1-cm-Schritten.
- 10–11 cm → AA
- 12 cm → A
- 13 cm → B
- 14 cm → C
- 15 cm → D
- 16 cm → E (bei manchen Herstellern DD)
- 17 cm → F
- 18 cm → G
Diese Tabelle gilt für den deutschen Markt. Britische und amerikanische Größen laufen anders – ein britischer D-Cup ist nicht dasselbe wie ein amerikanischer D-Cup. Wenn du online in anderen Märkten kaufst, prüf immer die herstellereigene Größentabelle.
Deine Maße ergeben eine Ausgangsgröße – keine Garantie
Was du jetzt hast, ist ein Startpunkt. Die Passform im echten BH kann trotzdem abweichen – weil BH-Schnitte variieren, weil Cups unterschiedlich tief geformt sind und weil Brust nicht gleich Brust ist. Eine breite, flache Brust braucht einen anderen Cupschnitt als eine hohe, volle Brust, auch bei identischen Maßen.

Aus diesem Grund gilt beim ersten Anprobieren: Schau auf den Stoff im Cup. Faltet er sich nach vorn wie nicht gespannte Folie? Der Cup ist zu groß. Drückt Brustgewebe seitlich oder oben heraus? Der Cup ist zu klein – nicht du zu groß. Beides lässt sich durch Größenanpassung korrigieren, nicht durch Akzeptanz.
Was sich verändert – und wann du neu messen solltest
Brustgröße ist kein fester Zustand. Gewichtsveränderungen von mehr als vier bis fünf Kilogramm verändern meist beide Maße. Schwangerschaft, Stillzeit und Wechseljahre verändern nicht nur Volumen, sondern auch Form und Gewebedichte. Nach einer Brust-OP – ob Verkleinerung, Vergrößerung oder Rekonstruktion – sind alte Maße ohne Bedeutung.
Miss neu, wenn sich dein Körper verändert hat. Nicht weil Zahlen wichtig sind, sondern weil ein BH, der zum jetzigen Körper passt, weniger drückt, besser stützt und sich über den Tag nicht verschiebt.