US-BH-Größen einfach erklärt: Internationale Größen sicher nutzen
Du hast einen BH online gefunden, der genau richtig aussieht – und dann steht da „34C“. Keine Zentimeterangabe, kein europäisches Kürzel. Nur diese Kombination aus Zahl und Buchstabe, die auf den ersten Blick wenig sagt. Das passiert ständig, besonders bei amerikanischen und britischen Shops. Hier erfährst du, wie das US-System aufgebaut ist, wo es mit dem deutschen übereinstimmt – und wo es dich in die Irre führen kann.
Wie das US-System überhaupt funktioniert
Die Zahl in einer US-Größe – also die „34″ in „34C“ – bezeichnet den Unterbrustumfang in Zoll. Eine Zahl, die nichts mit Zentimetern zu tun hat. 34 Zoll entsprechen etwa 86 Zentimetern. Das ist in Deutschland eine Bandgröße 85. Nicht identisch, aber nah genug, dass du mit einer einfachen Umrechnung auskommst: US-Bandgröße mal 2,54 ergibt den Umfang in Zentimetern.
Der Buchstabe dahinter beschreibt den Cup – also den Unterschied zwischen Unterbrustumfang und vollem Brustumfang. Und hier beginnt die Verwirrung. Denn auf dem Papier bedeutet ein „C“ in den USA dasselbe wie ein „C“ in Deutschland: etwa drei Zentimeter Unterschied zwischen den beiden Maßen. In der Praxis stimmt das aber nur, solange du die Bandgröße richtig übersetzt. Ein 34C und ein 75C sind nicht dasselbe – obwohl der Buchstabe gleich ist.

Was „Sister Sizes“ bedeuten – und warum das kein Trick ist
Wenn deine US-Größe 34C nicht auf Lager ist, schlägt dir ein amerikanischer Shop vielleicht 32D oder 36B vor. Das nennt sich Sister Size. Das Volumen des Cups bleibt dabei gleich – nur das Band wird enger oder weiter, und der Buchstabe passt sich an.
Das klingt abstrakt, ist aber körperlich spürbar: Ein engeres Band hält mehr, drückt aber stärker. Ein weiteres Band sitzt lockerer, kann aber nach oben wandern, wenn die Träger die Arbeit übernehmen. Sister Sizes sind kein gleichwertiger Ersatz – sie sind ein Kompromiss. Nutze sie, wenn eine Größe nicht verfügbar ist, aber erwarte nicht dasselbe Tragegefühl.
Wo US- und EU-Größen auseinanderlaufen
Ab einer bestimmten Bandgröße beginnt das amerikanische System zu stottern. Viele US-Hersteller produzieren kaum Bandgrößen unter 32 oder über 44. Was in Deutschland eine gängige 65er oder 105er Bandgröße wäre, taucht im US-Sortiment oft gar nicht erst auf – oder versteckt sich hinter Begriffen wie „plus size“ ohne klare Maßzahl.
Noch problematischer: Die Cup-Bezeichnungen enden bei einigen amerikanischen Mainstream-Marken bei DD oder DDD, während europäische Hersteller dieselben Volumina als E, F oder G führen. Ein amerikanisches „DDD“ entspricht in vielen Fällen einem deutschen F. Wer das nicht weiß, kauft zu klein – und fragt sich hinterher, warum der Cup vorne überläuft.
So rechnest du sicher um
Für die Bandgröße: Deine deutsche Bandgröße durch 2,54 teilen, dann auf die nächste gerade Zahl runden. Aus einer deutschen 80 wird so eine US-32, aus einer 85 eine US-34, aus einer 90 eine US-36.
Für den Cup: In den meisten Fällen bleibt der Buchstabe gleich – A, B, C, D stimmen überein. Erst ab D wird es uneinheitlich. Die folgende Übersicht zeigt, wo du genau hinschauen musst:
- EU D = US D
- EU E = US DD
- EU F = US DDD oder US F (je nach Marke)
- EU G = US G oder DDDD – hier lohnt sich ein Blick in die markenspezifische Größentabelle

Bevor du auf „In den Warenkorb“ klickst
Schau immer zuerst auf die Größentabelle des jeweiligen Shops – nicht die allgemeine Umrechnungstabelle, die du irgendwo gegoogelt hast. Amerikanische Marken messen zum Teil anders als britische, die ebenfalls Zoll und denselben Buchstaben verwenden, aber nicht immer identische Cups meinen. Was bei Marke A ein 34D ist, sitzt bei Marke B spürbar enger im Band und weiter im Cup.
Wenn du deine Zentimetermaße kennst – Unterbrustumfang und voller Brustumfang – bist du auf jeder Größentabelle der Welt handlungsfähig. Zwei Zahlen. Mehr brauchst du nicht, um jedes System zu knacken.