BH-Größe berechnen: Schnell und einfach zur passenden Größe

BH-Größe berechnen: Schnell und einfach zur passenden Größe

Die meisten Frauen tragen die falsche BH-Größe – nicht weil sie es nicht wissen wollen, sondern weil die Größensysteme verwirrend sind und die üblichen Messmethoden zu ungenaue Ergebnisse liefern. Dabei fängt alles mit zwei Maßen an, die du in zwei Minuten ermitteln kannst.

Was du brauchst – und was du weglässt

Du brauchst ein weiches Maßband, einen Spiegel und – wenn möglich – einen ungepolsterten BH. Keine Push-up-Einlagen, keine dicke Naht unter dem Stoff. Der BH sollte anliegend sitzen, aber nicht quetschen. Wenn du keinen passenden trägst, miss ohne BH.

Zwei Maße zählen: das Unterbrustmaß direkt unterhalb der Brust und das Oberbrustmaß über dem vollsten Punkt der Brust. Alles andere – Schulterbreite, Rückenlänge, Hüftumfang – spielt für die BH-Größe keine Rolle.

Das Unterbrustmaß: Der Anker des ganzen Systems

Miss direkt unterhalb der Brust, dort wo das Band deines BHs liegen würde. Das Band sitzt waagerecht – nicht hinten höher oder vorn tiefer. Atme normal aus, dann miss. Nicht einatmen und festhalten.

Das Maßband soll eng anliegen, aber du solltest noch einen Finger darunterschieben können. Wenn du Luft brauchst um zu schlucken, ist es zu eng. Wenn das Band schon beim Hinschauen nach oben rutscht, war es zu locker.

Frontansicht einer Frau, die ein Maßband waagerecht direkt unter der Brust anlegt – Band liegt glatt am Körper an, kein Verrutschen nach oben oder unten, BH-Träger vollständig sichtbar

Aus diesem Maß ergibt sich deine Bandgröße. Die folgende Tabelle zeigt, welches Unterbrustmaß welcher Bandgröße entspricht:

  • 63–67 cm → Bandgröße 65
  • 68–72 cm → Bandgröße 70
  • 73–77 cm → Bandgröße 75
  • 78–82 cm → Bandgröße 80
  • 83–87 cm → Bandgröße 85
  • 88–92 cm → Bandgröße 90
  • 93–97 cm → Bandgröße 95

Die Bandgröße entspricht also ungefähr deinem Unterbrustmaß, gerundet auf die nächste 5er-Stufe. Wenn du genau auf der Grenze liegst – zum Beispiel bei 67 cm – probiere beide Größen. Körper sind keine geraden Zahlen.

Das Oberbrustmaß: Wie der Cup entsteht

Miss jetzt über den vollsten Punkt der Brust. Für die meisten Frauen liegt der dort, wo die Brustwarzen sitzen – aber nicht immer. Lass das Maßband locker aufliegen, es soll nicht einschneiden. Wenn du es zu fest anlegst, misst du weniger als vorhanden ist – und bestellst zu kleine Cups.

Jetzt subtrahierst du das Unterbrustmaß vom Oberbrustmaß. Diese Differenz ergibt deinen Cup. Jeder Zentimeter Unterschied entspricht einer Cupstufe:

  • Bis 10 cm Unterschied → Cup AA
  • 10–11 cm → Cup A
  • 12–13 cm → Cup B
  • 14–15 cm → Cup C
  • 16–17 cm → Cup D
  • 18–19 cm → Cup E
  • 20–21 cm → Cup F
  • 22–23 cm → Cup G

Ein Beispiel: Du misst 76 cm unter der Brust und 92 cm über dem vollsten Punkt. Bandgröße: 75. Differenz: 16 cm. Cup: D. Deine Startgröße wäre also 75D.

Warum diese Zahl nur ein Anfang ist

Die berechnete Größe ist der Ausgangspunkt – nicht das Ergebnis. Kein Hersteller schneidet Cups gleich. Ein 75D bei einer deutschen Marke kann enger wirken als ein 75D aus britischer Produktion, weil die Cuptiefe anders berechnet wird.

Deshalb gilt: Wenn du eine Größe berechnest, probiere immer mindestens eine Nummer kleiner und größer beim Cup. Und wenn das Band auf der mittleren Hakenreihe noch zu stramm ist, probiere die nächste Bandgröße – und dazu einen Cup kleiner. Das nennt sich Schwester- oder Nachbargröße, und sie funktioniert so:

  • 75D entspricht 70E und 80C – gleiche Cupgröße, anderes Band
  • 80B entspricht 75C und 85A

Das Volumen im Cup bleibt gleich. Nur der Umfang des Bands ändert sich.

Was dir dein Körper beim Anprobieren sagt

Zahlen messen – aber der BH muss sitzen. Drei Stellen zeigen dir sofort, ob die Größe stimmt:

  • Das Band: Es soll waagerecht auf Höhe des Unterbrustbogens verlaufen. Wenn es hinten nach oben wandert, ist es zu weit – oder der Cup zu klein, weil er nach vorn zieht.
  • Der Steg: Das kleine Verbindungsstück zwischen den Cups soll flach auf dem Brustbein aufliegen. Wenn er absteht oder drückt, passt die Cupgröße nicht.
  • Der Cup: Kein Falten, kein Überlaufen. Wenn oben Stoff absteht wie ein leerer Beutel, ist der Cup zu groß. Wenn die Brust seitlich ausweicht oder ein Doppelwulst über dem Rand entsteht, ist er zu klein.

Frontansicht zweier vollständiger BHs am Körper nebeneinander im Vergleich: links Cup zu klein mit seitlichem Überlaufen der Brust, rechts korrekte Passform mit glatt anliegendem Steg und flach sitzendem Band – beide Träger vollständig sichtbar

Der häufigste Fehler beim Messen

Die meisten Frauen messen das Unterbrustmaß zu locker. Das Ergebnis: eine zu große Bandgröße, zu wenig Halt, ein BH der wandert. Das Band leistet etwa 80 Prozent des Halts – nicht die Träger. Wenn das Band zu weit ist, hängt die Last an deinen Schultern. Nach einem langen Tag merkst du das als Druckstellen genau dort, wo die Träger sitzen.

Wenn du unsicher bist, miss zweimal: einmal locker, einmal eng anliegend. Die Wahrheit liegt meistens näher am zweiten Maß.

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