BH-Größentabellen im Überblick: EU, UK und internationale Größen

BH-Größentabellen im Überblick: EU, UK und internationale Größen

Du kaufst online einen BH in deiner gewohnten Größe – und er passt nicht. Das Band drückt, die Cups falten, oder beides. Was du nicht wusstest: Die Größe auf dem Etikett bedeutet je nach Herkunftsland etwas anderes. Eine 75B aus Deutschland ist nicht dasselbe wie eine 34B aus England. Und eine amerikanische 34B schon gar nicht.

Hier bekommst du einen klaren Überblick – welches System was bedeutet, wie du umrechnest und wo die Fallen liegen.

Wie BH-Größen überhaupt entstehen

Jede BH-Größe besteht aus zwei Teilen: dem Bandmaß und der Cupgröße. Das Bandmaß beschreibt den Umfang direkt unter der Brust, gemessen in Zentimetern oder Inches. Die Cupgröße beschreibt den Unterschied zwischen Unterbrustmaß und Brustumfang – also wie viel Volumen der Cup aufnehmen muss.

Das klingt universal. Ist es aber nicht. Denn wie diese Differenz in Buchstaben übersetzt wird, unterscheidet sich zwischen den Systemen – und das macht beim Umrechnen den entscheidenden Unterschied.

Schematische Darstellung einer Frau von vorn mit zwei eingezeichneten Maßbändern: eines direkt unter der Brust (Unterbrustmaß), eines über die vollste Stelle der Brust (Brustumfang) – klare Beschriftung beider Messpunkte

Das EU-System: Zentimeter als Grundlage

Im europäischen System – verwendet in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und den meisten kontinentaleuropäischen Ländern – ist das Bandmaß dein tatsächlicher Unterbrustumfang in Zentimetern, aufgerundet auf die nächste Fünfer-Stufe. Misst du 72 cm unter der Brust, trägst du Bandgröße 75. Bei 77 cm wäre es Bandgröße 80.

Die Cupgröße ergibt sich aus der Differenz zwischen Brustumfang und Unterbrustmaß. Jeder Buchstabe entspricht dabei etwa 2 cm Differenz.

  • Differenz ca. 12 cm → Cup A
  • Differenz ca. 14 cm → Cup B
  • Differenz ca. 16 cm → Cup C
  • Differenz ca. 18 cm → Cup D
  • Differenz ca. 20 cm → Cup E
  • Differenz ca. 22 cm → Cup F
  • Differenz ca. 24 cm → Cup G

Diese Staffelung gilt für die meisten europäischen Marken – aber auch hier gibt es Abweichungen je nach Hersteller. Erfahrungswissen: Besonders bei sehr großen Cups (ab F) weichen die tatsächlichen Schnitte teils erheblich voneinander ab, auch wenn die Größenangabe identisch ist.

Das UK-System: Inches statt Zentimeter – und eine andere Logik

Britische BH-Größen nutzen Inches als Einheit. Das Bandmaß entspricht dem Unterbrustumfang in Inches – aber Achtung: Britische Hersteller haben lange Zeit zu diesem Maß noch 4 oder 5 Inches addiert, um auf gerade Zahlen zu kommen. Diese alte Formel ist in vielen Größentabellen noch vorhanden, wird aber von modernen britischen Marken meist nicht mehr angewendet. Wenn du dir unsicher bist, lohnt ein Blick in die Messanleitung des jeweiligen Herstellers.

Die Cups im UK-System folgen einer anderen Staffelung als im EU-System. Beide starten bei A – aber die Sprünge verlaufen nicht parallel. Ab Cup D trennen sich die Wege:

  • EU: D, E, F, G, H …
  • UK: D, DD, E, F, FF, G, GG, H …

Was im EU-System ein E-Cup ist, entspricht im UK-System einem DD. Ein EU-F entspricht einem UK-E. Diese Verschiebung ist einer der häufigsten Gründe, warum BHs aus britischen Online-Shops nicht passen – obwohl die Größe „gleich“ aussah.

Schnelle Umrechnungstabelle: EU zu UK

EU Bandmaß (cm) UK Bandmaß (Inches)
60 28
65 30
70 32
75 34
80 36
85 38
90 40
95 42
100 44
EU Cup UK Cup
A A
B B
C C
D D
E DD
F E
G F
H FF
I G
J GG

USA und Australien: Scheinbar vertraut, tatsächlich verschoben

Amerikanische BH-Größen sehen auf den ersten Blick wie britische aus – Inches, Buchstaben, ähnliche Schreibweise. Der Unterschied liegt in den Cups. Das US-System kennt keine DD-Zwischenstufen wie das UK-System. Stattdessen geht es nach DD direkt zu DDD – was in etwa einem EU-F oder UK-E entspricht. Wer also einen US-amerikanischen Onlineshop nutzt und dort eine DDD bestellt, bekommt nicht das, was ein britisches E-Cup-Label verspricht – die Volumina sind ähnlich, aber Schnitt und Konstruktion können stark abweichen.

Australien nutzt dasselbe Zollsystem wie Großbritannien für das Bandmaß, die Cups folgen aber oft der US-Logik – ohne DD-Sprünge. Das macht australische Größen zu einer eigenen Kategorie, die sich weder sauber mit UK noch mit US deckt. Erfahrungswissen: Bei australischen Marken immer die hersteller­eigene Größentabelle nutzen, nicht eine generische Umrechnung.

Was „Sister Sizes“ bedeuten – und warum sie kein Ersatz sind

Wenn deine genaue Größe nicht verfügbar ist, hörst du oft: „Nimm einfach eine Sister Size.“ Das Prinzip dahinter ist real. Wenn du eine Bandgröße nach oben gehst – also von 75 auf 80 – bleibt das Cupvolumen gleich, wenn du gleichzeitig einen Buchstaben nach unten gehst. Eine 75C und eine 80B haben dasselbe Brustvolumen, nur verteilt auf ein breiteres Band.

Aber: Das Band sitzt dann anders. Ein zu weites Band wandert beim Atmen nach oben. Ein zu enges zieht nach unten und schneidet ein. Sister Sizes passen im Volumen – aber sie sind kein gleichwertiger Ersatz für den richtigen Sitz. Sie helfen in der Umkleidekabine, wenn eine Größe fehlt. Für den Alltag solltest du immer bei deinem tatsächlichen Bandmaß bleiben.

Vollständige Vorderansicht zweier BHs nebeneinander auf weißem Hintergrund: links ein BH mit schmalem Band (z. B. 75C), rechts ein baugleicher BH mit breiterem Band (80B) – Beschriftung zeigt gleiche Cupvolumina bei unterschiedlichem Bandmaß, beide Träger vollständig sichtbar

Warum die Tabelle nicht das letzte Wort hat

Größentabellen sind ein Startpunkt, kein Urteil. Zwei Marken mit identischem Größenetikett können Cups produzieren, die sich in der Tiefe, in der Breite und im Schnitt so stark unterscheiden, dass der eine BH perfekt sitzt und der andere drückt. Das liegt nicht an deinem Körper – es liegt daran, dass Schnittmuster hersteller­spezifisch sind und kein internationaler Standard sie vereinheitlicht.

Was die Tabelle dir gibt: Sie verhindert den größten Fehler beim internationalen Kauf – nämlich eine britische 34DD zu bestellen, weil du eine EU 75E trägst, und dann zu denken, der Fehler liege an dir. Der Fehler liegt im System. Jetzt kennst du ihn.

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